Wissenswertes

Integrative Prozessbegleitung « Zurück zur Übersicht

Integrative Prozessbegleitung ist eine ganzheitliche Methode des Begleitens von Menschen, die nicht-invasiv und respektvoll den inneren selbstorganisierten Entwicklungsprozess des begleiteten Menschen fokussiert und studiert.

Aufbauend auf den Prinzipien der Organizität, d.h. des zielgerichteten organischen systeminhärenten Wachstums- und Entwicklungs-Geschehens, integriert die Integrative Prozessbegleitung Elemente der Prozessarbeit Arnold Mindells, der HAKOMI Arbeit von Ron Kurtz, systemtheoretische Ansätze der modernen Wissenschaften, feldtheoretische Betrachtungsweisen der modernen Biologie und Elemente der Quantenphysik und der Chaosforschung; kurz alle Ansätze der neueren Forschung, die die Natur als lebendes, organisches und sich stetig entwickelndes Geschehen untersucht und anerkennt.

Prozessbegleitung - Der Weg ist das Ziel

Prozessorientiertes Arbeiten bedeutet ein bewusstes Sein im Hier und Jetzt. Auch wenn in der Prozessbegleitung Konzepte und Vorstellungen über den Verlauf der Arbeit mit Menschen vorhanden sind, so ist doch für einen Prozessbegleiter wesentlich, sich immer wieder daran zu erinnern, dass der Weg das Ziel ist. Sofern wir es uns nicht bewusst machen, wird es immer Vorlieben und Abneigungen für die Dinge die geschehen geben und wir alle tragen Vorstellungen in uns, die uns vermitteln, wir wüssten, was jetzt als nächstes "gut" und "richtig" wäre. Auch durch persönliche Präferenz für das Eine oder Andere, durch Vorlieben und Abneigungen, tragen wir zur Unterdrückung von Teilen bei, die ebenso "wertvoll" sind wie andere. Dies führt uns Prozessbegleiter zu der besonderen Verantwortung, für die "marginalisierten" Teile einzutreten und für Kommunikation der Teile untereinander zu sorgen.

Körper und Geist bilden eine Einheit

Die moderne Prozessbegleitung bietet an, zu entdecken und zu realisieren, welch" wunderbares weises Wesen du in deiner Tiefe bist, dass niemand dir eine Antwort geben kann, als du selbst. Kein sich über den anderen stellen, kein Schaffen von Abhängigkeit mehr, sondern Begleitung auf deinem ureigenen Weg, hin zu deiner eigenen Ganzheit.

Prozessbegleitung sieht den Menschen als ganzheitliches Wesen und anerkennt die ständige Wechselwirkung von Körper und Psyche. Darüber hinaus weiß sie, dass jeder einzelne Konflikt der Konflikt eines jeden Einzelnen ist! In der Begleitung eines Menschen wird neues Terrain erkundet. Es ist für beide gleichermaßen immer unbekannt und neu, für den begleiteten Menschen, wie für die Begleiterin. Die Qualität für uns als Begleiterin liegt darin, diesem Prozess eines anderen Menschen beiwohnen zu dürfen, aber wir können diesen Prozess niemals tun.

Die Wurzeln der Prozessbegleitung

Arnold Mindell fasste in den siebziger und achtziger Jahren Elemente Jungscher Psychologie, der Anthropologie und der modernen Quantenphysik zusammen und entwickelte so mit seinen Mitarbeitern die moderne Prozessarbeit, auch Prozessorientierte Psychologie oder auch Traumkörperarbeit genannt.

Aus der Entdeckung C.G. Jungs, dass das Alltagsgeschehen eine Symmetrie zu den Nachtträumen aufweist, kristallisierte sich so über die Zeit eine besondere Sichtweise heraus. Wo im Allgemeinen, in Anlehnung an die immer noch in der Gesellschaft weitestgehend anerkannte Sichtweise Sigmund Freuds, die Träume eher als "Verarbeitungsmechanismus" des Tagesgeschehens angesehen werden, wird in der Prozessarbeit das Traumgeschehen als richtungsweisend oder hinweisgebend für den Menschen angesehen. Die neuere Forschung zeigt, dass die Träume sogar als "Vorstufe der Realität" angesehen werden können.

Konflikte bringen uns in Kontakt zu Neuem

In der Prozessarbeit wird davon ausgegangen, dass der gesamte Lebensprozess, dass jegliches Geschehen, einen Sinn in sich trägt. Insbesondere Konflikte beinhalten aus dieser Sichtweise heraus ein besonderes Potential. Wir können sagen, dass aus dieser Sichtweise Konflikte und auch Krankheiten unsere besten Lehrer sind. Im Kontext, dass jegliches Leben und dass die Natur als Ganzes ein stetiger Entwicklungsprozess ist, bringen Konflikte uns in Kontakt zu Neuem. Sie bringen uns dazu, angenomme Grenzen zu überschreiten und die eigentlichen Dimensionen des Seins immer wieder neu auszuloten. In Zusammenhang mit den neuesten Entdeckungen der Quantenphysik erkennt die Prozessarbeit an, dass wir alle Teil eines jeden Konfliktes um uns herum sind und dass wirkliche Gemeinschaft und Wandel auf tief greifender persönlicher und gesellschaftlicher Ebene möglich ist.

Es gibt eine innere Wissende

Prozessarbeit ist tief demokratisch (griechisch: demo = Volk und kratie = Kraft), da sie davon ausgeht, dass Gesellschaft aus dem Inneren eines Menschen heraus geschaffen wird und zwar eines jeden Einzelnen. Entwicklung selbst braucht, entgegen der noch in der Gesellschaft vorherrschenden Meinung, keine festen äußeren Führer, sondern ist "innengeleitet" oder systeminhärent und selbstorganisierend. Es bedarf keiner festen an eine Person gebundene Leiterposition, es braucht niemanden außerhalb eines jeden Einzelnen von uns, der angeblich weiß, was wir nicht wissen. Prozessarbeit ermutigt Menschen, für das einzustehen, woran sie glauben und was sie in ihrem Inneren entdecken und erkennt an, dass der Erfolg unseres Tun"s nicht von kognitivem Wissen abhängt oder davon, was wir tun, sondern davon, wie wir es tun.

Prozessbegleitung: Seit Anbeginn der Zeit

Gleichermaßen finden sich in der Integrativen Prozessbegleitung Elemente der Lehren unserer Ahnen und der Naturvölker, der Schamanen dieser Erde, zum Beispiel der Indianer und der Aboriginies, und altes Wissen der Religionen der Welt wie Buddhismus, Zen und die Lehre des Yoga. Insbesondere ist es hier der Taoismus, die Lehre vom Fluss der Dinge, der in seiner Aussage direkt vom Prozess und der Möglichkeit des Begleitens spricht, indem die Lehre des TAO uns anbietet zu erkennen, dass es nur Prinzip gibt und Prozess - und dass jeder Prozess einem ihm zugrunde liegenden Prinzip folgt.

Quelle: www.integrative-prozessbegleitung.net