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Wie funktioniert Hypnose beim Zahnarzt?
Wie funktioniert Hypnose beim Zahnarzt?
Schon der Gedanke an den Zahnarzt reicht bei manchen Menschen aus:
Das Herz schlägt schneller. Die Hände werden feucht. Im Magen entsteht ein unangenehmes Gefühl.
Dann kommen die Bilder.
Die Spritze.
Der Bohrer.
Das Geräusch.
Der Geruch der Praxis.
Das Gefühl, auf dem Behandlungsstuhl ausgeliefert zu sein.
Manche Menschen sind lediglich etwas angespannt. Andere verschieben Zahnarzttermine über Monate oder sogar Jahre, obwohl sie wissen, dass dadurch die Probleme mit den Zähnen größer werden können.
Und dann gibt es Patienten, bei denen gar nicht die Angst das größte Problem ist, sondern ein ausgeprägter Würgereiz.
In all diesen Fällen taucht zunehmend eine interessante Frage auf:
Wie funktioniert Hypnose beim Zahnarzt?
Kann man während einer Zahnbehandlung tatsächlich hypnotisiert werden? Bekommt man dann nichts mehr mit? Kann Hypnose Schmerzen reduzieren? Und lässt sich damit möglicherweise sogar die Angst vor dem Zahnarzt verändern?
Die kurze Antwort lautet:
Hypnose kann in der Zahnmedizin genutzt werden, um Entspannung, Aufmerksamkeitslenkung und den Umgang mit Angst, Schmerzen oder Würgereiz zu unterstützen. Der Patient schläft dabei normalerweise nicht und verliert auch nicht die Kontrolle.
Und genau das macht die Methode so interessant.
Warum haben so viele Menschen Angst vor dem Zahnarzt?
Zahnarztangst kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Manche Menschen haben in der Vergangenheit eine schmerzhafte Behandlung erlebt.
Andere erinnern sich an unangenehme Erfahrungen in der Kindheit.
Bei manchen ist es die Spritze.
Bei anderen das Geräusch des Bohrers.
Und wieder andere sagen:
„Eigentlich habe ich gar keine Angst vor Schmerzen. Ich kann es nur nicht ertragen, wenn jemand in meinem Mund arbeitet.“
Deshalb sollte zunächst geklärt werden:
Wovor haben Sie eigentlich Angst?
Denn „Zahnarztangst“ ist nur ein Sammelbegriff.
Typische Ängste beim Zahnarzt
Hinter der Angst können beispielsweise stecken:
Angst vor Schmerzen,
Angst vor der Betäubungsspritze,
Angst vor dem Bohrer,
Angst vor Blut,
Angst vor Kontrollverlust,
Angst vor dem Gefühl des Ausgeliefertseins,
Angst vor schlechten Nachrichten,
Angst vor einer Operation,
Angst vor dem Würgereiz,
Angst vor Erbrechen,
Angst vor bestimmten Geräuschen,
Angst vor dem Geruch der Zahnarztpraxis,
Scham wegen des Zustands der eigenen Zähne.
Bei manchen Patienten kommen mehrere dieser Faktoren zusammen.
Genau deshalb sollte Hypnose möglichst individuell eingesetzt werden.
Was bedeutet Hypnose beim Zahnarzt überhaupt?
Viele Menschen stellen sich unter Hypnose etwas Spektakuläres vor.
Der Zahnarzt schwingt ein Pendel.
Der Patient schläft ein.
Dann wird die Behandlung durchgeführt.
Anschließend wacht der Patient auf und hat nichts mitbekommen.
So funktioniert zahnmedizinische Hypnose normalerweise nicht.
Hypnose ist vielmehr ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit.
Die Aufmerksamkeit wird weg von den unangenehmen Reizen der Behandlung und hin zu angenehmen Vorstellungen, inneren Bildern oder Körperempfindungen gelenkt.
Ein einfaches Beispiel
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Zahnarztstuhl.
Normalerweise richtet sich Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf Ihren Mund.
Sie hören jedes Geräusch.
Sie spüren jede Berührung.
Sie beobachten jede Bewegung des Zahnarztes.
Und Sie warten ständig darauf:
„Wann passiert etwas Unangenehmes?“
Dadurch wird Ihre Aufmerksamkeit immer enger.
Genau das kann Angst verstärken.
In Hypnose geschieht gewissermaßen das Gegenteil.
Die Aufmerksamkeit wird bewusst auf etwas anderes gerichtet.
Während der Zahnarzt arbeitet, sind Sie gedanklich vielleicht am Meer
Eine typische hypnotische Vorstellung könnte beispielsweise so aussehen:
Sie schließen die Augen.
Sie stellen sich einen Strand vor.
Sie hören in Ihrer Vorstellung die Wellen.
Sie spüren warmen Sand unter Ihren Füßen.
Sie nehmen die Sonne auf Ihrer Haut wahr.
Vielleicht riechen Sie sogar das Meer.
Währenddessen arbeitet der Zahnarzt weiter.
Natürlich befindet sich Ihr Körper noch immer auf dem Behandlungsstuhl.
Aber Ihre Aufmerksamkeit befindet sich zu einem großen Teil an einem anderen Ort.
Genau darin liegt ein wichtiges Prinzip der Hypnose.
Warum Aufmerksamkeit so wichtig ist
Unsere Wahrnehmung hängt stark davon ab, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.
Probieren Sie es einmal aus.
Konzentrieren Sie sich jetzt bewusst auf Ihren rechten Fuß.
Vielleicht spüren Sie:
den Schuh,
die Socke,
Wärme,
Druck,
ein leichtes Kribbeln.
Diese Empfindungen waren wahrscheinlich vorher ebenfalls vorhanden.
Sie haben sie nur nicht beachtet.
Ähnlich kann Aufmerksamkeit während einer Zahnbehandlung funktionieren.
Je stärker ein Mensch jeden Reiz im Mund überwacht, desto intensiver kann er ihn subjektiv erleben.
Hypnose versucht, diese Aufmerksamkeit flexibler zu gestalten.
Ist man während der Hypnose bewusstlos?
Nein.
In der Regel bekommen Patienten weiterhin mit, was passiert.
Sie können:
den Zahnarzt hören,
Anweisungen verstehen,
reagieren,
ein vereinbartes Stoppsignal geben,
die Augen öffnen
und kommunizieren.
Das ist sogar wichtig.
Denn zahnmedizinische Hypnose soll normalerweise keine Bewusstlosigkeit erzeugen.
Sie ist keine Vollnarkose.
Verliert man beim Zahnarzt unter Hypnose die Kontrolle?
Normalerweise nicht.
Gerade Menschen mit Zahnarztangst haben häufig Angst davor, die Kontrolle zu verlieren.
Deshalb kann es hilfreich sein, vor der Behandlung ein klares Signal zu vereinbaren.
Zum Beispiel:
„Wenn ich die linke Hand hebe, machen wir eine Pause.“
Allein dieses Wissen kann bereits Sicherheit vermitteln.
Der Patient weiß:
Ich kann die Behandlung jederzeit unterbrechen.
Damit verändert sich das Gefühl von:
„Ich bin ausgeliefert.“
zu:
„Ich bin beteiligt und behalte Einfluss.“
Kann Hypnose Zahnarztangst reduzieren?
Das ist eines der wichtigsten Einsatzgebiete hypnotischer Verfahren in der Zahnmedizin.
Hypnose kann beispielsweise darauf abzielen:
körperliche Entspannung zu fördern,
angstauslösende Gedanken zu verändern,
Aufmerksamkeit umzulenken,
positive innere Bilder aufzubauen,
das Gefühl von Sicherheit zu stärken,
frühere negative Erfahrungen neu einzuordnen,
den Ablauf der Behandlung mental vorzubereiten.
Dabei muss Hypnose nicht erst im Behandlungsstuhl beginnen.
Sie kann bereits vor dem eigentlichen Zahnarzttermin eingesetzt werden.
Der Zahnarztbesuch als mentaler Probelauf
Ähnlich wie bei Flugangst kann der gesamte Ablauf zunächst in Hypnose vorgestellt werden.
Der Patient sieht sich:
zur Praxis fahren.
die Praxis betreten.
im Wartezimmer sitzen.
aufgerufen werden.
sich auf den Behandlungsstuhl setzen.
den Mund öffnen.
die Untersuchung erleben.
Und währenddessen bleibt er ruhig.
Dadurch entsteht ein neuer innerer Film.
Statt:
Zahnarzt = Gefahr
kann allmählich entstehen:
Zahnarzt = eine Situation, die ich bewältigen kann.
Kann Hypnose gegen die Angst vor der Spritze helfen?
Ja, gerade die Angst vor Spritzen ist ein häufiges Thema.
Interessanterweise beginnt die Angst häufig lange bevor die Nadel überhaupt die Haut berührt.
Der Patient sieht die Spritze.
Sofort entsteht eine Erwartung:
„Das wird wehtun.“
Der Körper spannt sich an.
Die Aufmerksamkeit konzentriert sich vollständig auf die Einstichstelle.
Dann wartet der Patient auf den Schmerz.
Hypnose kann diesen Erwartungsprozess verändern.
Erwartung beeinflusst Wahrnehmung
Stellen Sie sich zwei Gedanken vor:
„Gleich kommt die Spritze. Das wird schrecklich.“
und:
„Ich spüre möglicherweise kurz etwas, und dann ist dieser Moment vorbei.“
Die Situation ist dieselbe.
Aber die innere Vorbereitung ist völlig unterschiedlich.
Hypnose kann dazu beitragen, eine weniger bedrohliche Erwartung aufzubauen.
Kann Hypnose Schmerzen beim Zahnarzt reduzieren?
Hypnose wird seit Langem im Zusammenhang mit Schmerz untersucht.
Schmerz ist nämlich nicht ausschließlich ein Signal aus dem Gewebe.
Die subjektive Schmerzerfahrung wird unter anderem beeinflusst durch:
Aufmerksamkeit,
Erwartung,
Angst,
frühere Erfahrungen,
emotionale Bewertung
und die jeweilige Situation.
Wer große Angst vor Schmerzen hat und jede Sekunde darauf wartet, dass etwas wehtut, kann eine Behandlung anders erleben als jemand, der sich sicher und entspannt fühlt.
Hypnotische Verfahren können diese Wahrnehmungsprozesse beeinflussen.
Kann Hypnose die Betäubung beim Zahnarzt ersetzen?
Hier ist eine klare Differenzierung wichtig.
Hypnose sollte nicht pauschal als Ersatz für eine medizinisch notwendige Lokalanästhesie dargestellt werden.
Es gibt Berichte und klinische Anwendungen, bei denen hypnotische Analgesie zur Schmerzreduktion genutzt wurde.
Das bedeutet jedoch nicht:
„Mit Hypnose braucht niemand mehr eine Betäubung.“
Ob und welche Anästhesie notwendig ist, entscheidet der behandelnde Zahnarzt anhand des Eingriffs und der individuellen Situation.
Hypnose kann ergänzend eingesetzt werden.
Was ist hypnotische Analgesie?
Unter hypnotischer Analgesie versteht man den Einsatz hypnotischer Suggestionen zur Veränderung der Schmerzwahrnehmung.
Dabei können unterschiedliche Vorstellungen verwendet werden.
Beispielsweise:
„Der Bereich fühlt sich zunehmend taub an.“
Oder:
„Die Empfindung verändert sich.“
Oder:
„Sie nehmen Druck wahr, aber bewerten ihn nicht als Schmerz.“
Manche Menschen reagieren darauf stärker als andere.
Die hypnotische Beeinflussbarkeit ist individuell unterschiedlich.
Ein faszinierender Unterschied: Schmerz oder Druck?
Während einer Zahnbehandlung entstehen verschiedene Empfindungen.
Nicht jede Empfindung ist automatisch Schmerz.
Man kann beispielsweise wahrnehmen:
Druck,
Vibration,
Bewegung,
Berührung,
Temperatur.
Ein ängstlicher Patient interpretiert möglicherweise jede Empfindung sofort als:
„Schmerz!“
Hypnotische Arbeit kann dabei helfen, genauer zu unterscheiden.
„Ich spüre Druck.“
ist psychologisch etwas anderes als:
„Das tut weh.“
Diese Differenzierung kann die Behandlung erleichtern.
Hypnose gegen Würgereiz beim Zahnarzt
Ein besonders interessantes Einsatzgebiet ist der ausgeprägte Würgereiz.
Für manche Menschen wird bereits:
ein Abdruck,
ein Röntgenbild,
ein Instrument,
ein Sauger
oder die Berührung bestimmter Bereiche im Mund
zu einer großen Herausforderung.
Manche Patienten entwickeln sogar schon beim Gedanken daran Würgereiz.
Hier zeigt sich besonders deutlich, wie stark Erwartung und Körperreaktion miteinander verbunden sein können.
Kann Hypnose den Würgereflex ausschalten?
Der Würgereflex ist grundsätzlich ein wichtiger Schutzreflex.
Das Ziel besteht deshalb nicht darin, ihn generell „abzuschalten“.
Hypnose kann jedoch bei manchen Menschen helfen, einen übermäßig stark ausgeprägten oder durch Angst verstärkten Würgereiz zu regulieren.
Dabei können beispielsweise:
Atmung,
Aufmerksamkeit,
Entspannung,
innere Bilder
und spezifische Suggestionen
eingesetzt werden.
Der Würgereiz kann sich selbst verstärken
Ein typischer Kreislauf sieht so aus:
„Hoffentlich muss ich nicht würgen.“
↓
Aufmerksamkeit richtet sich auf den Rachen.
↓
Jede kleine Empfindung wird bemerkt.
↓
Anspannung steigt.
↓
Würgereiz nimmt zu.
↓
„Ich wusste es!“
↓
noch mehr Angst
↓
noch stärkerer Würgereiz.
Hypnose kann versuchen, diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Was passiert mit den Geräuschen des Bohrers?
Geräusche sind für viele Patienten ein wichtiger Angstauslöser.
Das Interessante ist:
Das Geräusch selbst verursacht nicht unbedingt die Angst.
Entscheidend ist seine Bedeutung.
Der Patient hört:
„ssssssssssss“
und denkt:
„Jetzt wird gebohrt.“
Sofort steigt die Anspannung.
In Hypnose können Geräusche anders in die Wahrnehmung integriert werden.
Sie können beispielsweise einfach zu Hintergrundgeräuschen werden, während die Aufmerksamkeit auf einer angenehmen inneren Vorstellung bleibt.
Kann man Kopfhörer und Hypnose kombinieren?
Ja.
Manche Patienten empfinden es als angenehm, während der Behandlung:
Musik,
Entspannungsaufnahmen,
geführte Hypnose
oder andere beruhigende Audioinhalte
zu hören.
Ob das während einer konkreten Behandlung sinnvoll ist, sollte natürlich mit dem Zahnarzt abgestimmt werden, damit wichtige Kommunikation weiterhin möglich bleibt.
Wie läuft eine Hypnose beim Zahnarzt konkret ab?
Das hängt vom Zahnarzt und vom verwendeten Verfahren ab.
Ein möglicher Ablauf könnte so aussehen:
1. Vorgespräch
Der Zahnarzt oder Hypnosetherapeut klärt:
Ängste,
negative Erfahrungen,
Auslöser,
Wünsche,
Stoppsignale,
bisherige Behandlungen.
2. Hypnoseeinleitung
Die Aufmerksamkeit wird beispielsweise auf:
die Atmung,
einen Punkt,
die Stimme,
Körperempfindungen
oder eine Vorstellung
gerichtet.
3. Vertiefung
Die Aufmerksamkeit richtet sich stärker nach innen.
4. Behandlung
Während der Behandlung wird die hypnotische Fokussierung aufrechterhalten.
5. Beendigung
Nach Abschluss wird die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Umgebung gerichtet.
Muss man besonders tief hypnotisiert sein?
Nicht unbedingt.
Viele Menschen glauben:
„Je tiefer die Hypnose, desto besser funktioniert sie.“
Das ist zu einfach.
Für Entspannung, Aufmerksamkeitslenkung und Angstregulation kann bereits ein gut fokussierter hypnotischer Zustand hilfreich sein.
Man muss nicht das Gefühl haben, völlig „weg“ gewesen zu sein.
Kann jeder Mensch beim Zahnarzt hypnotisiert werden?
Menschen unterscheiden sich darin, wie leicht sie auf hypnotische Suggestionen reagieren.
Die meisten Menschen können jedoch zumindest gewisse hypnotische Phänomene erleben.
Wichtige Voraussetzungen sind häufig:
Bereitschaft,
Vertrauen,
Konzentration,
Motivation
und eine gute Zusammenarbeit.
Wer innerlich denkt:
„Ich werde auf keinen Fall mitmachen und beweise jetzt, dass Hypnose nicht funktioniert“,
schafft natürlich ungünstigere Voraussetzungen.
Was passiert, wenn ich während der Hypnose plötzlich Angst bekomme?
Dann kann der Patient weiterhin reagieren.
Eine seriöse Hypnose bedeutet nicht, dass unangenehme Gefühle ignoriert werden müssen.
Der Patient kann:
ein Signal geben,
sprechen,
die Augen öffnen,
eine Pause verlangen.
Gerade dieses Wissen kann Sicherheit vermitteln.
Hypnose kann bereits im Wartezimmer beginnen
Ein interessanter Punkt:
Zahnarztangst beginnt häufig nicht erst auf dem Behandlungsstuhl.
Sie beginnt vielleicht:
eine Woche vorher.
Dann denkt man:
„Nächsten Donnerstag ist der Termin.“
Die Angst steigt.
Am Vorabend schläft man schlecht.
Auf dem Weg zur Praxis steigt die Anspannung weiter.
Im Wartezimmer ist das Stressniveau bereits sehr hoch.
Deshalb kann es sinnvoll sein, Selbsthypnose oder andere Entspannungs- und Bewältigungstechniken bereits vor dem Termin einzusetzen.
Eine einfache Selbsthypnose vor dem Zahnarztbesuch
Setzen Sie sich einige Minuten ruhig hin.
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Atmung.
Stellen Sie sich anschließend vor:
Sie betreten die Praxis.
Sie bemerken vielleicht etwas Aufregung.
Und denken:
„Aufregung darf da sein.“
Sie setzen sich ins Wartezimmer.
Atmen ruhig.
Dann werden Sie aufgerufen.
Sie setzen sich auf den Behandlungsstuhl.
Und denken:
„Ich habe ein Stoppsignal. Ich behalte Einfluss.“
Der Zahnarzt beginnt.
Sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf einen angenehmen Ort in Ihrer Vorstellung.
Und nach einiger Zeit hören Sie:
„Wir sind fertig.“
Dann stellen Sie sich vor, wie Sie die Praxis verlassen.
Mit dem Gedanken:
„Ich habe es geschafft.“
Warum dieses letzte Bild so wichtig sein kann
Menschen mit Zahnarztangst stellen sich häufig sehr detailliert vor, was alles schiefgehen könnte.
Warum nicht genauso detailliert vorstellen, wie es gut laufen könnte?
Das Gehirn bekommt dadurch einen neuen möglichen Ablauf angeboten.
Nicht:
Termin → Angst → Katastrophe
sondern:
Termin → Aufregung → Bewältigung → Erleichterung
Was sagt die Wissenschaft zu Hypnose in der Zahnmedizin?
Hypnose wird in der Zahnmedizin seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht.
Studien und Übersichtsarbeiten beschäftigen sich unter anderem mit:
Angst,
Schmerz,
Stress,
Würgereiz
und der subjektiven Belastung während zahnmedizinischer Eingriffe.
Die Ergebnisse sind in verschiedenen Bereichen vielversprechend, gleichzeitig unterscheiden sich Studien hinsichtlich Qualität, Patientengruppen und Methoden.
Hypnose sollte deshalb nicht als universeller Ersatz für etablierte zahnmedizinische Verfahren dargestellt werden.
Sie kann vielmehr eine ergänzende Methode sein.
Hypnose oder Sedierung?
Das sind unterschiedliche Verfahren.
Bei einer Sedierung werden Medikamente eingesetzt, um Angst und Bewusstsein beziehungsweise Wachheit zu beeinflussen.
Bei Hypnose geschieht die Veränderung primär über:
Aufmerksamkeit,
Suggestion,
Vorstellung
und psychologische Prozesse.
Welche Methode geeignet ist, hängt vom Patienten, der Behandlung, der Angststärke und medizinischen Faktoren ab.
In manchen Fällen kann auch eine Kombination verschiedener Verfahren sinnvoll sein.
Hypnose oder Vollnarkose?
Auch das darf nicht verwechselt werden.
Bei einer Vollnarkose wird das Bewusstsein medikamentös ausgeschaltet und der Patient medizinisch überwacht.
Bei Hypnose bleibt der Patient normalerweise ansprechbar und bewusst.
Hypnose ist daher keine Form der Vollnarkose.
Für wen kann Hypnose beim Zahnarzt besonders interessant sein?
Hypnose könnte insbesondere interessant sein für Menschen, die sagen:
„Ich weiß, dass ich zum Zahnarzt muss, aber meine Angst hält mich davon ab.“
Oder:
„Ich bekomme schon Tage vorher Panik.“
Oder:
„Ich habe einen extremen Würgereiz.“
Oder:
„Ich verkrampfe während der gesamten Behandlung.“
Oder:
„Ich habe große Angst vor Spritzen.“
Oder:
„Ich fühle mich auf dem Behandlungsstuhl ausgeliefert.“
In diesen Fällen lohnt es sich, mit einem entsprechend qualifizierten Zahnarzt über mögliche Unterstützungsangebote zu sprechen.
Woran erkenne ich einen Zahnarzt, der seriös mit Hypnose arbeitet?
Fragen Sie ruhig konkret nach:
Welche Ausbildung in zahnmedizinischer Hypnose haben Sie?
Wie häufig setzen Sie Hypnose ein?
Bei welchen Beschwerden nutzen Sie sie?
Was passiert, wenn die Hypnose bei mir nicht ausreichend wirkt?
Welche Alternativen gibt es?
Welche Form der Betäubung ist für meinen Eingriff vorgesehen?
Ein seriöser Anbieter sollte solche Fragen transparent beantworten.
Was Hypnose beim Zahnarzt nicht versprechen sollte
Vorsicht ist bei Aussagen angebracht wie:
„Mit Hypnose brauchen Sie garantiert nie wieder eine Spritze.“
„Jeder Patient kann völlig schmerzfrei ohne Betäubung behandelt werden.“
„Nach einer Sitzung haben Sie garantiert nie wieder Zahnarztangst.“
Hypnose kann viel bewirken.
Aber seriöse Medizin arbeitet nicht mit Garantien, die individuelle Unterschiede ignorieren.
Die vielleicht wichtigste Veränderung
Ein Mensch mit Zahnarztangst denkt häufig:
„Ich muss diese Behandlung irgendwie überstehen.“
Das klingt nach Hilflosigkeit.
Ein anderes inneres Bild lautet:
„Ich kann aktiv dazu beitragen, wie ich diese Behandlung erlebe.“
Ich kann meine Aufmerksamkeit steuern.
Ich kann atmen.
Ich kann kommunizieren.
Ich kann ein Stoppsignal verwenden.
Ich kann Vorstellungen nutzen.
Ich kann lernen, meinem Körper wieder Sicherheit zu vermitteln.
Dieser Perspektivwechsel kann enorm wichtig sein.
Fazit: Wie funktioniert Hypnose beim Zahnarzt?
Hypnose beim Zahnarzt bedeutet normalerweise nicht, dass ein Patient bewusstlos wird oder die Kontrolle verliert.
Im Gegenteil.
Hypnose kann dazu beitragen, mehr Einfluss auf das eigene Erleben zurückzugewinnen.
Sie kann eingesetzt werden, um:
Zahnarztangst zu reduzieren,
körperliche Entspannung zu fördern,
Aufmerksamkeit von unangenehmen Reizen wegzulenken,
die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen,
den Umgang mit Spritzenangst zu erleichtern,
einen ausgeprägten Würgereiz zu regulieren,
positive innere Bilder aufzubauen
und Vertrauen in die eigene Bewältigungsfähigkeit zu entwickeln.
Dabei ersetzt Hypnose nicht automatisch notwendige Lokalanästhesie, Sedierung oder andere medizinische Maßnahmen.
Sie kann vielmehr ein zusätzlicher Baustein sein.
Vielleicht lautet die wichtigste Veränderung deshalb nicht:
„Beim Zahnarzt darf ich nichts mehr spüren.“
Sondern:
„Ich kann wahrnehmen, was passiert, und trotzdem ruhig bleiben.“
Aus:
„Ich bin ausgeliefert.“
kann werden:
„Ich behalte Einfluss.“
Aus:
„Ich halte das niemals aus.“
kann werden:
„Ich kann diese Situation bewältigen.“
Und aus einem Termin, der jahrelang vermieden wurde, kann irgendwann etwas erstaunlich Unspektakuläres werden:
ein ganz normaler Zahnarztbesuch.
Praxis für Hypnosetherapie Peer Vollmer
Informationen

Über den Autor
Peer Vollmer
Praxis für Hypnosetherapie
Bramfelder Chaussee 237, 221179 Hamburg, Deutschland
Fachgebiete
- Zahnärztliche Hypnose
- Traumatherapie
- Trauerbewältigung
- Tinnitus vergessen
- Stressbewältigung
- Stottertherapie
- Sporthypnose
- Schmerztherapie
- Schmerzbewältigung
- Rauchentwöhnung
- Probleme vor Prüfungen, Flügen, Höhe, Mäusen, Spinnen, usw.
- Medizinische Hypnose
- Lerntherapie und Prüfungsvorbereitung
- Lern und Prüfungsvorbereitung
- Hypnotherapie
- Hypnoseausbildung
- Hypnoanalyse
- Gewichtsreduktion mit Hypnose
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