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Prüfungsangst: Was, wenn sie gar nicht Dein Feind ist?
Du hast gelernt. Du bist vorbereitet. Du weißt eigentlich, dass Du es kannst. Und trotzdem passiert es: Je näher die Prüfung rückt, desto größer wird die Angst.
Vielleicht schläfst Du schlechter. Deine Gedanken kreisen. Dein Herz schlägt schneller. Vielleicht sitzt Du irgendwann vor der Prüfung und denkst:
„Was, wenn ich einen Blackout bekomme?“
Oder:
„Was, wenn ich versage?“
Viele Menschen wünschen sich dann vor allem eines:
Diese Angst soll endlich weg.
Aber was wäre, wenn wir die Prüfungsangst einmal anders betrachten?
Nicht als Feind.
Nicht als etwas, das möglichst schnell verschwinden muss.
Sondern als Warnblinker.
Als Hinweis Deines inneren Systems:
„Schau hier noch einmal genauer hin.“
Denn hinter Prüfungsangst steckt häufig mehr als die Prüfung selbst.
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Ein bisschen Aufregung ist vollkommen normal
Ich selbst kenne Prüfungsaufregung sehr gut.
Während meines Studiums war ich vor Prüfungen regelmäßig aufgeregt. Das fühlte sich nicht angenehm an – aber es war hilfreich.
Mein Körper wusste:
Jetzt wird es wichtig.
Die Aufmerksamkeit wurde schärfer. Ich war fokussiert. Ich war hellwach und bereit, mein Wissen abzurufen.
Nach einer Prüfung war ich deshalb oft ziemlich erschöpft.
Denn Fokussierung kostet Kraft.
Heute weiß ich: Diese Aufregung war nichts, was ich hätte „wegmachen“ müssen.
Sie hat mich unterstützt.
Eine gewisse Aktivierung vor einer Prüfung ist also nicht automatisch Prüfungsangst. Sie kann ein ganz normaler Teil einer Leistungssituation sein.
Das habe ich übrigens einmal auf sehr eindrückliche Weise selbst erlebt.
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Als ich vor einer Prüfung plötzlich nicht aufgeregt war
Eine Prüfung ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
Technische Mechanik 3.
Diesmal war ich überhaupt nicht aufgeregt.
Zuerst dachte ich:
„Komisch. Das ist doch eigentlich gut.“
War es aber nicht.
Ich habe bei dieser Prüfung deutlich schlechter abgeschnitten als bei den Prüfungen davor.
Im Nachhinein wurde mir klar, warum:
Ich war nicht fokussiert.
Die Prüfung war mir nicht wichtig genug. Mein Körper hatte keinen Grund, mich in diese besondere Aufmerksamkeit zu bringen.
Das war für mich eine ziemlich eindrückliche Erfahrung.
Seitdem sehe ich Prüfungsaufregung anders.
Nicht jede Nervosität ist etwas, das wir beseitigen müssen.
Die entscheidende Frage ist vielmehr:
Hilft mir meine Aktivierung gerade – oder blockiert sie mich?
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Wann wird aus Aufregung Prüfungsangst?
Problematisch wird es, wenn die Aktivierung so stark wird, dass sie uns nicht mehr unterstützt, sondern einschränkt.
Dann kann beispielsweise Folgendes passieren:
- Gedanken kreisen ständig um die Prüfung.
- Der Körper ist dauerhaft angespannt.
- Schlaf wird schwieriger.
- Lernen wird immer mehr zur Belastung.
- Man vermeidet bestimmte Aufgaben.
- Die Angst vor einem Blackout wird selbst zum Stressor.
- Im entscheidenden Moment scheint der Kopf plötzlich leer zu sein.
Und dann entsteht schnell ein Kreislauf:
Prüfung → Angst → körperliche Anspannung → weniger Konzentration → „Ich kann es nicht“ → noch mehr Angst
Doch dieser Kreislauf beginnt nicht unbedingt am Prüfungstag.
Oft beginnt er viel früher.
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Die Prüfung ist vielleicht gar nicht das eigentliche Problem
Vielleicht hast Du schon einmal erlebt, dass eine Prüfung Wochen entfernt war – und trotzdem war die Angst bereits da.
„In sechs Wochen schreibe ich die Prüfung.“
Unruhe.
„Nur noch vier Wochen.“
Mehr Unruhe.
„Nur noch eine Woche.“
Schlaf wird schlechter.
Und irgendwann sitzt Du tatsächlich in der Prüfung und Dein gesamtes System ist bereits auf Alarm.
Die spannende Frage lautet deshalb:
Wovor hast Du eigentlich Angst?
Vor der Prüfung?
Oder vor dem, was die Prüfung für Dich bedeutet?
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Hinter Prüfungsangst steckt manchmal eine Geschichte
Prüfungsangst kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Vielleicht gab es eine frühere Prüfung, bei der Du gescheitert bist.
Vielleicht hast Du erlebt, wie jemand anderes mit einer Prüfung gescheitert ist.
Vielleicht hast Du von Deinen Eltern immer wieder gehört:
„Du musst Dich mehr anstrengen.“
„Du darfst keinen Fehler machen.“
„Mit einer schlechten Note wird das nichts.“
Vielleicht hast Du Dich irgendwann selbst davon überzeugt:
„Ich bin nicht gut genug.“
Oder:
„Wenn ich diese Prüfung nicht schaffe, enttäusche ich alle.“
Solche Erfahrungen können sich mit bestimmten Situationen verbinden.
Und irgendwann reagiert Dein inneres System nicht mehr nur auf die aktuelle Prüfung.
Es reagiert auf alles, was diese Prüfung inzwischen bedeutet.
Deshalb finde ich den Gedanken so wichtig:
Eine Angst ist nicht einfach da. Sie hat häufig eine Geschichte.
Und genau deshalb möchte ich sie nicht einfach „wegmachen“.
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Hypnose gegen Prüfungsangst? Ich nenne es Tiefenentspannung.
Beim Wort Hypnose haben viele Menschen sofort bestimmte Bilder im Kopf.
Kontrollverlust.
Ausgeliefertsein.
„Was passiert, wenn ich nicht mehr aufwache?“
Deshalb spreche ich bei meiner Arbeit häufig von Tiefenentspannung.
Denn genau darum geht es für mich:
um einen Zustand, in dem der Körper tief entspannen darf und die Aufmerksamkeit gleichzeitig stärker nach innen gerichtet ist.
Du schläfst dabei nicht.
Du bist auch nicht „weg“.
Im Gegenteil:
Du bekommst die Möglichkeit, Dich sehr bewusst mit Deinem inneren Erleben auseinanderzusetzen.
Ich sage meinen Kundinnen und Kunden deshalb gerne:
„Ich kann Dir viel darüber erklären. Aber Du musst es erleben.“
Denn Tiefenentspannung ist nicht nur etwas, das man verstehen kann.
Es ist etwas, das man erfahren kann.
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Was passiert bei einer Tiefenentspannung?
Am Anfang steht für mich immer das Gespräch.
Was belastet Dich?
Was möchtest Du verändern?
Wann tritt die Angst auf?
Was hast Du bereits versucht?
Und vor allem:
Was möchtest Du stattdessen erleben?
Danach kann die Tiefenentspannung beginnen.
Der Körper darf loslassen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen.
In diesem Zustand können innere Bilder, Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen stärker in den Vordergrund treten.
Manchmal entstehen dabei überraschende Zusammenhänge.
Nicht unbedingt, weil plötzlich eine „verborgene Wahrheit“ auftaucht.
Sondern weil wir uns selbst die Möglichkeit geben, Dinge anders wahrzunehmen und miteinander zu verbinden.
Und manchmal ist genau das der Moment, in dem etwas klickt.
Ein Aha-Erlebnis.
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Eine Verbindung, die gar nicht zur Prüfung gehörte
Ich hatte einmal eine Kundin, die ihre Fahrschulprüfung immer wieder nicht bestanden hatte.
Sie hatte große Angst vor dem Autofahren.
Gleichzeitig war sie darauf angewiesen, mobil zu sein.
Wir haben zunächst gemeinsam betrachtet, was sie an der Situation so stark belastete.
Anschließend sind wir in die Tiefenentspannung gegangen.
Dabei wurde ihr etwas bewusst, das sie vorher so nicht miteinander verbunden hatte:
Ihre Angst war stark mit Erfahrungen aus ihrer Kindheit verbunden.
Ihr Vater war häufig mit ihr Auto gefahren und hatte immer wieder einen Satz gesagt:
„Wenn wir lebend ankommen, dann ist es ja gut.“
Für ein Kind kann ein solcher Satz etwas völlig anderes bedeuten als für einen Erwachsenen.
Bei meiner Kundin hatte sich diese Botschaft offenbar mit dem Autofahren verbunden.
Später tauchte dieselbe Verbindung bei ihren eigenen Fahrstunden und Prüfungen wieder auf.
Die Straße selbst war nicht das eigentliche Problem.
Die Bedeutung, die sie mit der Situation verbunden hatte, war es.
Als ihr dieser Zusammenhang bewusst wurde, konnte sie ihn neu betrachten.
Eine Woche nach unserer Tiefenentspannung bestand sie ihre Prüfung – mit deutlich mehr Gelassenheit und Zuversicht.
Das ist für mich der interessante Teil:
Wir haben die Angst nicht einfach „gelöscht“.
Wir haben verstanden, was sie mit ausgelöst hat.
Und dadurch konnte sich ihre Perspektive verändern.
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„Das wird schon“ hilft meistens nicht
Vielleicht kennst Du solche Sätze:
„Mach Dir keinen Kopf.“
„Das wird schon.“
„Ist doch gar nicht so schlimm.“
„Du hast doch gelernt.“
Alles gut gemeint.
Aber wenn Dein inneres System gerade Alarm schlägt, helfen solche Sätze häufig wenig.
Denn wenn Du Angst hast, weißt Du meistens schon, dass Du keine Angst haben möchtest.
Was fehlt, ist nicht unbedingt ein guter Ratschlag.
Was fehlt, ist häufig ein anderer Zugang zu dem, was innerlich gerade passiert.
Deshalb arbeite ich nicht zuerst daran, die Angst verschwinden zu lassen.
Ich möchte zunächst Ressourcen stärken.
Dann genauer hinschauen:
Was löst die Angst eigentlich aus?
Welche Erfahrungen spielen hinein?
Welche inneren Bilder?
Welche Überzeugungen?
Welche Erwartungen an Dich selbst?
Und welche Verbindungen sind vielleicht irgendwann entstanden, die heute gar nicht mehr hilfreich sind?
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Prüfungsangst kann eine Einladung sein
Das ist vielleicht der wichtigste Perspektivwechsel dieses Artikels.
Was wäre, wenn Deine Prüfungsangst nicht gegen Dich arbeitet?
Was wäre, wenn sie Dich auf etwas aufmerksam machen möchte?
Vielleicht auf fehlendes Selbstvertrauen.
Vielleicht auf eine alte Erfahrung.
Vielleicht auf einen hohen inneren Anspruch.
Vielleicht auf die Angst, andere zu enttäuschen.
Vielleicht auf den Glaubenssatz:
„Ich darf keinen Fehler machen.“
Dann wäre die Lösung nicht:
„Wie werde ich diese Angst möglichst schnell los?“
Sondern:
„Was möchte mir diese Angst zeigen?“
Und genau darin kann eine große Chance liegen.
Denn wenn Du beginnst, Dich selbst besser zu verstehen, entsteht etwas Neues:
Du kämpfst nicht mehr gegen Dich.
Du lernst, mit Dir zu arbeiten.
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Was kann Tiefenentspannung dabei unterstützen?
Tiefenentspannung kann dabei unterstützen,
- körperliche Anspannung zu reduzieren,
- innere Ressourcen zugänglich zu machen,
- belastende innere Bilder bewusster wahrzunehmen,
- neue Perspektiven auf eine Situation zu entwickeln,
- hinderliche Verbindungen und Überzeugungen zu hinterfragen,
- Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken,
- und eine Prüfungssituation innerlich anders zu erleben.
Dabei geht es nicht darum, plötzlich Wissen zu besitzen, das vorher nicht gelernt wurde.
Und es geht auch nicht darum, nie wieder nervös zu sein.
Das wäre für mich gar nicht das Ziel.
Das Ziel könnte vielmehr sein:
„Ich darf aufgeregt sein und trotzdem zeigen, was ich kann.“
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Wie schnell lässt sich Prüfungsangst lösen?
Darauf gibt es keine seriöse pauschale Antwort.
Manchmal reicht eine gezielte Session.
Manchmal braucht ein Thema mehr Zeit.
Das hängt unter anderem davon ab, wie lange die Angst bereits besteht, welche Erfahrungen dahinterliegen und wie stark die Belastung ist.
Und noch etwas spielt eine entscheidende Rolle:
Wie bereit bist Du, Dich wirklich auf den Prozess einzulassen?
Denn Veränderung entsteht nicht allein durch eine Session.
Sie entsteht auch durch Deine Bereitschaft, Dir selbst zuzuhören, neue Perspektiven zuzulassen und Dich auf Deinen eigenen Prozess einzulassen.
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Vielleicht musst Du Deine Prüfungsangst nicht besiegen
Vielleicht musst Du sie zunächst verstehen.
Vielleicht ist sie nicht Dein Gegner.
Vielleicht ist sie ein Teil Deines inneren Systems, der Dich auf etwas aufmerksam machen möchte.
Und vielleicht liegt genau darin Deine Chance:
über Dich hinauszuwachsen.
Nicht indem Du Deine Angst bekämpfst.
Sondern indem Du Dich ihr bewusst zuwendest.
Sie verstehst.
Die dahinterliegenden Verbindungen erkennst.
Und Schritt für Schritt eine neue Erfahrung machst:
„Ich kann diese Situation bewältigen.“
Denn am Ende geht es vielleicht gar nicht darum, am Prüfungstag vollkommen angstfrei zu sein.
Sondern darum, dass Du Deine Aufmerksamkeit wieder dorthin richten kannst, wo sie hingehört:
auf die nächste Frage.
Die nächste Aufgabe.
Und auf das Wissen, das bereits in Dir steckt.
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Du möchtest Tiefenentspannung selbst erleben?
Wenn Du neugierig bist und zunächst einfach erfahren möchtest, wie sich Tiefenentspannung für Dich anfühlt, kannst Du mit Take a SCHILLOUT® eine 60-minütige Online-Session ausprobieren.
[Take a SCHILLOUT® - Dein Raum zum Innehalten]
Wenn Du dagegen direkt an einem konkreten Thema arbeiten möchtest, gibt es die SCHILLOUT® Deep Change Sessions – drei Sessions, in denen wir einem Thema gezielt auf den Grund gehen.
[SCHILLOUT® Deep Change Sessions]
Du musst nicht gegen Dich arbeiten, um Dich zu verändern.
SCHILLOUT® – Deep Change. Von innen nach außen führen.
Informationen

Über den Autor
Irene Schilling
SCHILLOUT Coaching
c/o Business Center Ulm #5001, Magirus-Deutz-Str. 12, 89077 Ulm, Deutschland
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