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Kann man mit Hypnose dauerhaft abnehmen?

Kann man mit Hypnose dauerhaft abnehmen?

Viele Menschen kennen dieses Muster:

Die Diät beginnt am Montag.

Die ersten Tage laufen hervorragend. Süßigkeiten werden gestrichen, Kalorien gezählt, die Portionen verkleinert und vielleicht kommt zusätzlich mehr Bewegung in den Alltag.

Dann kommt ein stressiger Arbeitstag.

Oder ein gemütlicher Abend auf dem Sofa.

Oder eine Einladung zum Essen.

Und plötzlich ist die Schokolade wieder da.

Ein paar Tage später folgt häufig der Gedanke:

„Jetzt ist es sowieso egal.“

Aus einer Ausnahme werden mehrere, alte Gewohnheiten kehren zurück – und irgendwann zeigt die Waage wieder dasselbe Gewicht wie vor der Diät. Manchmal sogar mehr.

Wer diesen Kreislauf mehrfach erlebt hat, stellt sich verständlicherweise die Frage:

Kann Hypnose dabei helfen, dauerhaft abzunehmen?

Die kurze Antwort lautet:

Hypnose kann die Gewichtsabnahme unterstützen – vor allem dann, wenn Essgewohnheiten, emotionales Essen, Stress, Heißhunger und automatische Verhaltensmuster eine wichtige Rolle spielen. Sie ist aber weder eine Wunderdiät noch lässt sie Körperfett einfach „wegschmelzen“.

Um zu verstehen, warum Hypnose trotzdem interessant sein kann, müssen wir zunächst eine andere Frage stellen.

Warum wissen wir eigentlich, wie Abnehmen funktioniert – und tun trotzdem oft das Gegenteil?

Die grundlegenden Zusammenhänge einer Gewichtsabnahme sind kein großes Geheimnis.

Wer langfristig mehr Energie aufnimmt, als der Körper verbraucht, nimmt tendenziell zu. Wer über längere Zeit weniger Energie aufnimmt, als verbraucht wird, kann Gewicht verlieren.

Doch dieses Wissen allein löst das Problem offensichtlich nicht.

Die meisten Menschen, die abnehmen möchten, wissen bereits, dass Gemüse normalerweise günstiger für ihr Ziel ist als eine Tüte Chips.

Sie wissen, dass Wasser weniger Kalorien enthält als Limonade.

Sie wissen, dass Bewegung sinnvoll ist.

Und sie wissen auch, dass eine ganze Tafel Schokolade am Abend wahrscheinlich nicht zu ihrem Abnehmziel beiträgt.

Trotzdem essen Menschen Dinge, von denen sie sich wenige Minuten vorher vorgenommen haben, sie nicht zu essen.

Warum?

Weil Essen eben nicht nur der Versorgung mit Energie dient.

Wir essen auch aus:

  • Gewohnheit,

  • Langeweile,

  • Stress,

  • Frust,

  • Traurigkeit,

  • Einsamkeit,

  • Belohnungsbedürfnis,

  • Geselligkeit,

  • Genuss,

  • innerer Unruhe,

  • Erschöpfung

  • oder einfach deshalb, weil etwas vor uns steht.

Und genau hier wird Hypnose interessant.

Was hat das Unterbewusstsein mit unserem Essverhalten zu tun?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen abends ins Kino.

Sie kaufen Popcorn.

Warum?

Haben Sie wirklich Hunger?

Vielleicht.

Aber vielleicht gehört Popcorn für Sie einfach zum Kino.

Das Gehirn hat gelernt:

Kino → Popcorn

Ähnliche Verknüpfungen können überall entstehen:

Fernsehen → Chips

Kaffee → Kuchen

Stress → Schokolade

Frust → Eis

Belohnung → Essen

Restaurant → Dessert

Feierabend → Wein und Snacks

Langeweile → Kühlschrank

Sonntag → großes Frühstück

Solche Verbindungen werden durch Wiederholung immer selbstverständlicher.

Irgendwann denken wir nicht mehr bewusst darüber nach.

Das Verhalten läuft automatisch ab.

Und genau diese automatisierten Muster können bei einer langfristigen Gewichtsveränderung entscheidender sein als die nächste Diät.

Was macht Hypnose beim Abnehmen?

Hypnose soll nicht dafür sorgen, dass Sie plötzlich keine Kalorien mehr aufnehmen.

Auch der Stoffwechsel wird nicht durch ein paar Suggestionen außer Kraft gesetzt.

Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die psychologischen und verhaltensbezogenen Faktoren des Essens.

Das Ziel kann beispielsweise sein:

Hunger besser von Appetit unterscheiden.

Sättigung früher wahrnehmen.

langsamer essen.

kleinere Portionen wählen.

Heißhunger anders bewältigen.

Stress nicht automatisch mit Essen beantworten.

Süßigkeiten weniger Bedeutung geben.

Bewegung positiver erleben.

ein gesundes Selbstbild entwickeln.

Hypnose ist damit weniger als „Abnehmtrick“ zu verstehen, sondern eher als Methode zur Unterstützung einer Verhaltensänderung.

Kann Hypnose den Appetit reduzieren?

Das kann ein Ziel hypnotischer Arbeit sein.

Dabei geht es jedoch nicht darum, Hunger vollständig auszuschalten.

Hunger ist ein wichtiges körperliches Signal.

Interessanter ist die Frage:

Wann esse ich, obwohl mein Körper eigentlich gar keine Nahrung benötigt?

Machen Sie einen kleinen Selbsttest.

Denken Sie an Ihre letzten drei ungeplanten Snacks.

Hatten Sie dabei tatsächlich körperlichen Hunger?

Oder waren Sie:

  • gelangweilt?

  • gestresst?

  • müde?

  • frustriert?

  • nervös?

  • traurig?

  • in Gesellschaft?

  • einfach daran gewöhnt?

Allein diese Unterscheidung kann sehr aufschlussreich sein.

Hunger oder Appetit – ein entscheidender Unterschied

Körperlicher Hunger entwickelt sich normalerweise allmählich.

Emotionales Verlangen kann dagegen sehr plötzlich auftreten.

Zum Beispiel:

„Ich brauche jetzt unbedingt Schokolade.“

Interessanterweise würde dieselbe Person möglicherweise auf die Frage:

„Möchtest du stattdessen eine Schüssel Salat?“

antworten:

„Nein.“

Dann lohnt sich die Frage:

Ist das wirklich Hunger?

Oder ist es ein spezifisches Verlangen?

Hypnose kann dabei eingesetzt werden, solche automatischen Reaktionen bewusster wahrzunehmen und neue Reaktionsmöglichkeiten aufzubauen.

Kann Hypnose gegen Heißhunger helfen?

Heißhunger gehört zu den häufigsten Problemen beim Abnehmen.

Besonders interessant ist, dass Heißhunger häufig an bestimmte Situationen gekoppelt ist.

Zum Beispiel:

abends vor dem Fernseher

nach einem anstrengenden Arbeitstag

nach einem Streit

kurz vor dem Schlafengehen

am Wochenende

bei Langeweile

Eine hypnotische Intervention kann beispielsweise genau diese Situation mental durchspielen.

Man stellt sich vor:

Der Abend kommt.

Man sitzt auf dem Sofa.

Der bekannte Gedanke erscheint:

„Jetzt wäre Schokolade schön.“

Aber diesmal läuft die Geschichte anders weiter.

Man nimmt den Gedanken wahr.

Atmet ruhig.

Trinkt vielleicht etwas.

Wartet einen Moment.

Und stellt fest:

Ein Verlangen ist keine Anweisung.

Es darf kommen.

Und es darf wieder verschwinden.

Kann Hypnose gegen emotionales Essen helfen?

Gerade hier kann Hypnose besonders interessant sein.

Denn emotionales Essen hat häufig wenig mit Hunger zu tun.

Essen übernimmt stattdessen eine Funktion.

Zum Beispiel:

Stress → Essen beruhigt mich.

Traurigkeit → Essen tröstet mich.

Einsamkeit → Essen beschäftigt mich.

Frust → Essen belohnt mich.

Erschöpfung → Zucker gibt mir kurzfristig Energie.

Das Problem besteht deshalb nicht ausschließlich darin, „zu viel zu essen“.

Die entscheidende Frage lautet:

Welches Bedürfnis versuche ich durch Essen zu erfüllen?

Wenn Schokolade beispielsweise der Stressregulation dient, reicht die Suggestion:

„Du isst keine Schokolade mehr.“

möglicherweise nicht aus.

Denn der Stress ist weiterhin vorhanden.

Eine nachhaltigere Veränderung wäre:

Stress → andere Form der Regulation

beispielsweise durch Bewegung, Entspannung, Atmung, soziale Kontakte, Pausen oder andere individuell passende Strategien.

Hypnose kann solche neuen Reaktionsmöglichkeiten mental vorbereiten und festigen.

Was sagt die Wissenschaft zum Abnehmen mit Hypnose?

Die Forschung liefert interessante Hinweise, sollte aber nicht übertrieben dargestellt werden.

Eine Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien zu Hypnose bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas kam zu dem Ergebnis, dass Hypnose im Durchschnitt mit einer Gewichtsreduktion verbunden war. Die Autoren beschrieben Hypnose als potenziell nützliche ergänzende Methode, wiesen jedoch auf Unterschiede zwischen den Studien und den Bedarf an weiterer Forschung hin.

Auch Untersuchungen, bei denen Hypnose mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen kombiniert wurde, deuten darauf hin, dass hypnotische Verfahren einen zusätzlichen Nutzen haben könnten. Die Ergebnisse sind jedoch nicht so eindeutig, dass man seriös behaupten könnte:

„Mit Hypnose nimmt jeder dauerhaft ab.“

Das wäre wissenschaftlich nicht haltbar.

Viel sinnvoller ist die Aussage:

Hypnose kann ein ergänzendes Werkzeug sein, um Verhaltensweisen zu verändern, die eine langfristige Gewichtsregulation beeinflussen.

Kann man durch Hypnose dauerhaft abnehmen?

Hier steckt das wichtigste Wort bereits in der Frage:

dauerhaft.

Gewicht zu verlieren und ein niedrigeres Gewicht langfristig zu halten, sind zwei unterschiedliche Herausforderungen.

Eine kurzfristige Diät kann einige Wochen funktionieren.

Doch was passiert danach?

Wenn anschließend alle alten Gewohnheiten zurückkehren, kehrt häufig auch das Gewicht zurück.

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht:

„Wie halte ich drei Monate Diät?“

Sondern:

„Wie möchte ich die nächsten zehn Jahre essen und leben?“

Genau hier liegt möglicherweise eine Stärke hypnotischer Arbeit.

Sie kann darauf ausgerichtet werden, nicht nur ein kurzfristiges Zielgewicht zu erreichen, sondern langfristige Gewohnheiten zu verändern.

Der häufigste Fehler: „Wenn ich mein Wunschgewicht erreicht habe, kann ich wieder normal essen.“

Dieser Satz klingt zunächst logisch.

Aber was bedeutet „normal“?

Wenn „normal essen“ genau die Ernährungsweise bezeichnet, die vorher zur Gewichtszunahme beigetragen hat, entsteht ein Problem.

Dann läuft das Muster so:

alte Ernährung → Gewichtszunahme

Diät → Gewichtsabnahme

alte Ernährung → erneute Gewichtszunahme

Das Ergebnis ist der bekannte Jo-Jo-Kreislauf.

Langfristige Veränderung bedeutet deshalb nicht:

„Ich halte durch, bis die Diät vorbei ist.“

Sondern:

„Ich entwickle eine Lebensweise, die ich dauerhaft beibehalten kann.“

Muss ich bei Hypnose trotzdem meine Ernährung verändern?

In den meisten Fällen: natürlich.

Hypnose ersetzt keine sinnvolle Ernährung.

Wenn jemand täglich deutlich mehr Energie aufnimmt, als der Körper benötigt, kann eine Suggestion die physikalischen Grundlagen des Stoffwechsels nicht außer Kraft setzen.

Der entscheidende Unterschied liegt an anderer Stelle:

Vielleicht hilft Hypnose dabei, dass sich eine veränderte Ernährung weniger nach ständigem Verzicht anfühlt.

Das ist psychologisch ein enormer Unterschied.

Vergleichen Sie:

„Ich darf keine Schokolade essen.“

mit:

„Ich kann Schokolade essen, aber ich brauche sie gerade nicht.“

Oder:

„Ich muss Sport machen.“

mit:

„Ich bewege mich, weil es mir guttut.“

Das Verhalten kann äußerlich ähnlich aussehen.

Das innere Erleben ist jedoch völlig anders.

Kann Hypnose dafür sorgen, dass Süßigkeiten nicht mehr schmecken?

Hypnotische Suggestionen können Wahrnehmungen und Bewertungen beeinflussen.

Manche Ansätze arbeiten deshalb beispielsweise mit der Vorstellung, dass besonders kalorienreiche Lebensmittel weniger attraktiv werden.

Das ist möglich – aber nicht zwingend notwendig.

Das langfristige Ziel muss nicht lauten:

„Schokolade schmeckt widerlich.“

Vielleicht ist ein entspannterer Gedanke hilfreicher:

„Schokolade schmeckt gut. Aber ich brauche nicht die ganze Tafel.“

Denn dauerhaftes Gewichtsmanagement sollte möglichst nicht auf Angst vor bestimmten Lebensmitteln beruhen.

Kann Hypnose das Sättigungsgefühl verbessern?

Auch das kann Bestandteil einer Hypnose sein.

Viele Menschen essen sehr schnell.

Das führt dazu, dass sie möglicherweise weiteressen, bevor Sättigungssignale bewusst wahrgenommen werden.

Deshalb können Suggestionen beispielsweise darauf ausgerichtet werden:

  • langsamer zu essen,

  • gründlicher zu kauen,

  • zwischen den Bissen Pausen zu machen,

  • Geschmack bewusster wahrzunehmen,

  • auf erste Sättigungssignale zu achten,

  • Essen zu beenden, wenn man angenehm satt ist.

Das klingt unspektakulär.

Aber gerade unspektakuläre Veränderungen können langfristig sehr wirksam sein.

Was ist das hypnotische oder virtuelle Magenband?

Vielleicht haben Sie schon vom sogenannten hypnotischen Magenband oder virtuellen Magenband gehört.

Dabei wird in Hypnose die Vorstellung erzeugt, der Magen sei kleiner beziehungsweise könne nur kleinere Mengen aufnehmen.

Es handelt sich natürlich nicht um einen tatsächlichen chirurgischen Eingriff.

Der Ansatz arbeitet ausschließlich mit Vorstellung und Suggestion.

Solche Angebote werden häufig stark beworben. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch deutlich begrenzter als bei etablierten medizinischen Verfahren zur Behandlung von Adipositas.

Ein virtuelles Magenband sollte deshalb nicht mit einer bariatrischen Operation gleichgesetzt werden.

Wie läuft eine Hypnose zum Abnehmen ab?

Eine gute Hypnose sollte möglichst individuell sein.

Deshalb steht am Anfang idealerweise nicht sofort die Hypnose, sondern eine Analyse.

Interessante Fragen sind beispielsweise:

Wann essen Sie zu viel?

Welche Lebensmittel bereiten Ihnen Schwierigkeiten?

Wann entsteht Heißhunger?

Essen Sie bei Stress?

Essen Sie aus Langeweile?

Wann haben Sie schon einmal erfolgreich abgenommen?

Warum haben Sie anschließend wieder zugenommen?

Was bedeutet Essen für Sie?

Welche Situationen führen regelmäßig zu Rückfällen?

Was möchten Sie langfristig verändern?

Erst daraus ergibt sich, worauf eine Hypnose sinnvollerweise ausgerichtet werden könnte.

Ein einfacher Selbsttest: Warum essen Sie?

Vervollständigen Sie spontan folgende Sätze:

Wenn ich gestresst bin, esse ich …

Wenn ich traurig bin, esse ich …

Wenn ich mich belohnen möchte, esse ich …

Wenn mir langweilig ist, esse ich …

Abends vor dem Fernseher esse ich …

Wenn ich feiern gehe, esse oder trinke ich …

Das Lebensmittel, auf das ich am schwersten verzichten könnte, ist …

Und jetzt kommt die entscheidende Frage:

Was gibt Ihnen dieses Lebensmittel emotional?

Entspannung?

Belohnung?

Trost?

Genuss?

Sicherheit?

Beschäftigung?

Genau dort kann ein wichtiger Ansatzpunkt für Veränderung liegen.

Muss man an Hypnose glauben?

Nein.

Hypnose erfordert keinen Glauben im religiösen oder mystischen Sinne.

Hilfreich ist allerdings die Bereitschaft, sich auf Vorstellungen, innere Bilder und Suggestionen einzulassen.

Wer während der gesamten Sitzung versucht zu beweisen, dass Hypnose nicht funktionieren kann, schafft sich unnötig schwierige Voraussetzungen.

Kann eine einzige Hypnosesitzung reichen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Manche Menschen berichten bereits nach einer Sitzung von deutlichen Veränderungen.

Bei anderen sind mehrere Sitzungen sinnvoll.

Das hängt unter anderem davon ab, welche Faktoren das Essverhalten beeinflussen.

Wenn jemand beispielsweise gleichzeitig mit

  • starkem emotionalem Essen,

  • chronischem Stress,

  • Heißhunger,

  • Bewegungsmangel,

  • Schlafproblemen

  • und fest verankerten Essritualen

kämpft, wäre es unrealistisch, grundsätzlich zu versprechen, all diese Faktoren mit einer einzigen Hypnose dauerhaft zu verändern.

Wie schnell nimmt man mit Hypnose ab?

Hypnose selbst bestimmt nicht die Geschwindigkeit der Gewichtsabnahme.

Und extreme Versprechen wie:

„10 Kilogramm in vier Wochen durch Hypnose“

sollten kritisch betrachtet werden.

Die Geschwindigkeit einer gesunden Gewichtsveränderung hängt von zahlreichen Faktoren ab, beispielsweise:

  • Ausgangsgewicht,

  • Ernährung,

  • Energieaufnahme,

  • Bewegung,

  • Alter,

  • Muskelmasse,

  • Schlaf,

  • Medikamenten,

  • Erkrankungen,

  • hormonellen Faktoren

  • und individuellen Stoffwechselbedingungen.

Hypnose kann diese biologischen Faktoren nicht einfach überschreiben.

Kann Hypnose den Stoffwechsel beschleunigen?

Für die Behauptung, Hypnose könne den Stoffwechsel so stark beschleunigen, dass Menschen unabhängig von Ernährung und Bewegung deutlich Gewicht verlieren, gibt es keine belastbare Grundlage.

Das bedeutet aber nicht, dass psychologische Faktoren unwichtig sind.

Wenn Hypnose beispielsweise dazu beiträgt, dass jemand:

weniger snackt,

kleinere Portionen isst,

sich häufiger bewegt,

besser mit Stress umgeht

und neue Gewohnheiten entwickelt,

kann das indirekt natürlich Auswirkungen auf das Körpergewicht haben.

Was ist mit Bewegung?

Auch hier kann Hypnose interessant sein.

Denn viele Menschen wissen:

„Ich sollte mich mehr bewegen.“

Das Problem ist nicht das Wissen.

Das Problem ist häufig die Motivation.

Eine Hypnose kann beispielsweise positive Vorstellungen mit Bewegung verbinden:

Bewegung → Energie

Spaziergang → Entspannung

Training → gutes Körpergefühl

Treppen → kleine Erfolgserfahrung

Sport → Zeit für mich

Das Ziel ist nicht, sich mit Willenskraft zum Sport zu zwingen.

Idealerweise verändert sich die emotionale Bewertung der Bewegung.

Und was passiert nach dem Abnehmen?

Diese Frage wird erstaunlich selten gestellt.

Dabei ist sie entscheidend.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Wunschgewicht erreicht.

Was essen Sie montags?

Was essen Sie am Wochenende?

Was passiert im Urlaub?

Was machen Sie auf Geburtstagsfeiern?

Was passiert bei Stress?

Was machen Sie Weihnachten?

Was passiert nach einem schlechten Tag?

Genau diese Situationen entscheiden langfristig über den Erfolg.

Deshalb sollte eine gute Veränderungsstrategie nicht nur das Abnehmen trainieren.

Sie sollte das Leben nach dem Abnehmen vorbereiten.

Die vielleicht wichtigste Veränderung: eine neue Identität

Viele Menschen denken während einer Diät permanent:

„Ich bin jemand, der eigentlich gerne viel isst, aber momentan verzichten muss.“

Das erzeugt einen dauerhaften inneren Konflikt.

Interessanter kann eine andere Identität sein:

„Ich bin jemand, der gut für seinen Körper sorgt.“

Oder:

„Ich esse, bis ich angenehm satt bin.“

Oder:

„Ich genieße bewusst und brauche keine riesigen Mengen.“

Oder:

„Bewegung gehört zu meinem Leben.“

Hypnose arbeitet häufig mit genau solchen inneren Vorstellungen.

Nicht nur:

Was soll ich tun?

sondern:

Wer möchte ich sein?

Kann man nach einer erfolgreichen Abnahme wieder zunehmen?

Natürlich.

Hypnose erzeugt keinen lebenslangen Schutzschild gegen Gewichtszunahme.

Wer dauerhaft wieder in alte Gewohnheiten zurückkehrt, kann auch wieder zunehmen.

Deshalb ist der eigentliche Erfolg nicht:

„Ich habe zehn Kilogramm verloren.“

Sondern:

„Ich habe Gewohnheiten entwickelt, mit denen ich mein Gewicht langfristig regulieren kann.“

Für wen kann Hypnose zum Abnehmen besonders interessant sein?

Hypnose könnte besonders interessant sein, wenn Sie bei sich feststellen:

„Ich weiß eigentlich genau, was ich tun müsste.“

„Ich esse häufig ohne Hunger.“

„Bei Stress verliere ich die Kontrolle über mein Essen.“

„Abends bekomme ich regelmäßig Heißhunger.“

„Ich habe schon oft abgenommen und anschließend wieder zugenommen.“

„Ich benutze Essen als Belohnung.“

„Ich brauche keine weitere Diät – ich muss meine Gewohnheiten verändern.“

Dann lohnt es sich, nicht nur darüber nachzudenken, was Sie essen, sondern auch darüber, warum, wann und in welcher emotionalen Situation Sie essen.

Wann reicht Hypnose nicht aus?

Übergewicht kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.

Dazu können neben Gewohnheiten und Ernährung auch Erkrankungen, Medikamente, hormonelle Faktoren, Schlafprobleme, psychische Erkrankungen oder Essstörungen gehören.

Insbesondere bei starkem Übergewicht beziehungsweise Adipositas oder dem Verdacht auf eine Essstörung sollte eine qualifizierte medizinische beziehungsweise psychotherapeutische Abklärung erfolgen.

Hypnose sollte notwendige medizinische, ernährungsmedizinische oder psychotherapeutische Behandlung nicht ersetzen.

Sie kann gegebenenfalls ergänzend eingesetzt werden.

Hypnose bei Essstörungen: besondere Vorsicht

Eine Gewichtsreduktion bei leichtem Übergewicht ist etwas anderes als die Behandlung einer Essstörung.

Bei Erkrankungen wie:

  • Anorexia nervosa,

  • Bulimia nervosa,

  • Binge-Eating-Störung

  • oder anderen problematischen Formen des Essverhaltens

gehört die Behandlung in entsprechend qualifizierte fachliche Hände.

Eine pauschale „Abnehmhypnose“ ist hier nicht automatisch die richtige Lösung.

7 Fragen, die Sie sich vor dem Abnehmen stellen sollten

Bevor Sie die nächste Diät beginnen, beantworten Sie einmal ehrlich diese sieben Fragen:

  1. Wann esse ich, obwohl ich keinen körperlichen Hunger habe?

  2. Welche Gefühle lösen bei mir Essen aus?

  3. Welche drei Lebensmittel oder Getränke sabotieren mein Ziel am häufigsten?

  4. In welcher Tageszeit fällt mir gesundes Essen am schwersten?

  5. Welche Situation hat bei früheren Abnehmversuchen zum Rückfall geführt?

  6. Welche neue Gewohnheit könnte diese Situation ersetzen?

  7. Wie müsste meine Ernährung aussehen, damit ich sie nicht vier Wochen, sondern fünf Jahre durchhalten könnte?

Die letzte Frage ist besonders wichtig.

Denn eine Ernährungsweise, die Sie nur unter enormer Willenskraft ertragen können, ist wahrscheinlich keine besonders gute langfristige Strategie.

Fazit: Kann man mit Hypnose dauerhaft abnehmen?

Hypnose kann dabei helfen, eine langfristige Gewichtsabnahme zu unterstützen – vor allem über die Veränderung von Essgewohnheiten, emotionalen Auslösern, Heißhunger, Motivation und automatisierten Verhaltensmustern.

Sie ersetzt jedoch weder eine sinnvolle Ernährung noch Bewegung oder eine notwendige medizinische Behandlung.

Der vielleicht größte Vorteil liegt an einer anderen Stelle:

Viele Abnehmprogramme beschäftigen sich hauptsächlich mit der Frage:

„Was darf ich essen?“

Hypnose kann zusätzlich eine Ebene tiefer gehen und fragen:

„Warum esse ich eigentlich so, wie ich esse?“

Warum brauche ich abends die Schokolade?

Warum belohne ich mich mit Essen?

Warum esse ich weiter, obwohl ich satt bin?

Warum greife ich bei Stress automatisch zu Snacks?

Warum kehre ich nach jeder Diät zu meinen alten Gewohnheiten zurück?

Wer auf diese Fragen Antworten findet und anschließend neue Verhaltensweisen etabliert, schafft möglicherweise eine wesentlich bessere Voraussetzung für langfristigen Erfolg.

Denn dauerhaftes Abnehmen bedeutet nicht, lebenslang gegen sich selbst zu kämpfen.

Das eigentliche Ziel sollte sein, dass aus:

„Ich muss mich beim Essen ständig beherrschen.“

irgendwann etwas anderes wird:

„So esse und lebe ich heute einfach.“

Und genau dort kann Hypnose als Teil einer umfassenden Strategie zur Verhaltensänderung interessant werden.

Weitere Informationen unter: Hypnose Berlin Florian Günther

 

 

Über den Autor

Florian Günther

Berlin Hypnose - Florian Günther

  Schönhauser Allee 122, 10437 Berlin, Deutschland

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