Die Unterwasserdruckstrahlmassage (UWM oder UWAM; zuweilen mit der Unterwassermassage verwechselt) ist eine Therapie, die sowohl zu den Massagen, als auch in die Hydrotherapie gehört. Der Patient sitzt in einer Badewanne und wird mit Wasser, welches mit hohem Druck aus einem Wasserschlauch kommt, massiert.
Leider ist über die Geschichte der Unterwasserdruckstrahlmassage nicht viel bekannt. Die Idee eine Massage mit Hilfe eines Wasserschlauches auszuführen scheint am Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden zu sein. Anfänglich wurden die Wannen aus emailliertem Gusseisen produziert. In den letzten Jahren hat sich allerdings, wie beim Stangerbad, der glasfaserverstärkte Kunststoff für die Wannenherstellung durchgesetzt.
Die Spezialwanne für die UWM besteht aus drei Komponenten. Die erste Komponente ist die Wanne an sich. Die zweite Komponente ist das Pumpenaggregat, welches drei Verfahren für die UWM zur Verfügung stellt. Beim Umwälzverfahren wird der Wasserschlauch mit dem Wasser aus der Wanne versorgt. Die Temperatur des "neuen" Wassers entspricht also der Badewassertemperatur. Das zweite, so genannte, Zusatzwasserverfahren versorgt den Wasserschlauch mit neuem Wasser. So kann die Massage mit wärmerem Wasser appliziert werden. Hierfür muss die Wanne aber über einen Temperaturfühler verfügen, der die Wassertemperatur gegen das wärmere Wasser aus dem Schlauch ausgleicht. Das Aggregat liefert in diesen beiden Verfahren eine Druckleistung von 0,5 bis 3 bar. Das dritte Verfahren ist als Saugverfahren bekannt und ist das Gegenteil zum Umwälzverfahren. Bei dieser Art der UWM wird Wasser vom Schlauch angezogen und es entsteht, sobald die Haut des Patienten die Düse abdichtet, ein Unterdruck. Diese Behandlung ähnelt sehr dem Schröpfen. Als letzte Komponente ist der Schlauch zu nennen. Dieser verfügt am freien Ende über eine Vorrichtung zum wechseln der Düse. Dadurch können Düsen mit verschiedenen Querschnitten verwendet werden.
Es lassen sich drei Bereiche für die Wirkung der UWM abgrenzen. Im ersten Bereich, der sich auf die Muskulatur und das Gewebe bezieht, findet eine Entspannung und Entstauung statt. Der Stoffwechsel und die Ernährung (Trophik) des Gewebes wird angeregt und damit eine Resorption im Gewebe gefördert. Vernarbungen und Verklebungen des Gewebes werden gelöst. Der zweite Bereich umfasst die Wirkung auf das Herz und den Blutkreislauf. Hier findet eine Senkung bei Bluthochdruck und eine Steigerung der Pulsfrequenz und des Schlagvolumens statt. Der periphere Gefäßwiderstand wird gesenkt und die Atemfrequenz erhöht. Zum letzten Bereich gehört die Wirkung auf das Nervensystem. Es findet eine Schmerzlinderung und eine vegetative Gesamtumschaltung in Richtung einer Vagotonie statt.
Die UWM kann wie bereits erwähnt in starker und abgeschwächter Form appliziert werden. Wie stark der Applikationswert sein sollte, hängt dabei ganz von der zu behandelnden Erkrankung ab. Besonders bei Kontrakturen, z. B. durch Narben, Myogelosen und bei hypotoner Muskulatur ist eine starke Form der UWM indiziert. Auch eine Psoriasis vulgaris sollte mit einem hohen Applikationswert behandelt werden. Die meisten indizierten Krankheitsbilder sollten allerdings mit einer weiten Düse und/oder wenig Druck therapiert werden. Hierzu zählen Atrophien, Muskelhartspann, Zerrungen der Bänder und Muskel und Arthrosen und der Morbus Bechterew. Neben diesen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates gibt es aber auch eine Reihe von Indikationen unter den Organ-, Kreislauf- und neurologischen Erkrankungen. Hierzu zählen die chronische Obstipation, nicht akute Erkrankungen der Gallenblase, peripher-arteriellen Durchblutungsstörungen, der Ulcus cruris, Morbus Parkinson und Sensibilitätsstörungen. Gerade bei der Therapie von Erkrankungen der inneren Organe muss auf einen niedrigen Applikationswert bei einem weiten Düsenquerschnitt geachtet werden.
Quelle: www.wikipedia.de
Autoren: Semperor, Dishayloo, Lycopithecus, Wikipit, ° u.a.
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