Spirituelle oder Esoterische Methoden:
Esoterik (von griechisch εσωτερικός, esoterikós, „innerlich“), ist, in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs, die Lehre oder Wissenschaft des Geheimen. Gegensatz: Exoterik (i.S.v. öffentlichem Wissen). Heute wird der Begriff „Esoterik“ zumeist zusammenfassend für ein breites Spektrum verschiedenartiger Weltanschauungen gebraucht, welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen, jedoch durch keine organisierte Religion oder religiöse Konfession im engeren Sinn als Glaube vertreten werden. Ein verwandter Sammelbegriff ist „New Age“.
Den sich teilweise deutlich unterscheidenden oder sogar widersprechenden Lehren, die unter den Begriff „Esoterik“ fallen, ist gemeinsam, dass sie die Existenz von Phänomenen außerhalb des wissenschaftlich Messbaren postulieren und sowohl naturwissenschaftliche als auch konfessionell religiöse Betrachtungsweisen als nicht ausreichend ansehen, um die Welt vollständig erklären zu können.
Allgemein gilt Pythagoras (ca. 570 - 495 v. Chr.) und die von ihm in Crotone gegründete pythagoräische Bruderschaft, welche dem Schweigegelübte verbunden war, als erste historisch erfassbare Erscheinung der (europäischen) Esoterik. Ein weiterer Einfluss war das Verschmelzen der griechischen Philosophie mit der ägyptischen Religion und Magie nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander dem Großen im Jahr 332 v. Chr. Aus dieser Verschmelzung entstand die Hermetik. Die mit der Esoterik assoziierten Praktiken aber lassen sich viel weiter in der Geschichte zurückverfolgen: so geht beispielsweise die Astrologie auf die mesopotamische Religion zurück und die älteste erhaltene Aufzeichnung der Planetenbahnen, die Venus-Tafel von Ammishaduqa, wird auf ca. 1650 v. Chr datiert. Der Gnostizismus, dessen genaue Ursprünge nicht eindeutig geklärt sind, jedoch zu Beginn der modernen Zeitrechnung in der ganzen antiken Welt zu finden ist und eine synkretische Synthese der Griechischen, zoroastrischen, jüdischen und frühchristlichen Weltanschauung bildet, gilt ebenfalls als wichtiges Standbein der Esoterik, und bis in die Renaissance hinein waren gnostische Sekten die wichtigsten Träger der esoterischen Lehren.
Im späten Mittelalter (12. und 13. Jahrhundert) wurde das mystische und esoterische Denken durch den Einfluss der Kabbala stark geprägt, welche sich, losgelöst vom Judentum, bald mit der hermetischen Weltanschauung verknüpfte.
In der Renaissance, in der man sich auf die Antike zurückbesann, erlebte auch die Esoterik einen Aufschwung. Die Rosenkreuzer traten in Erscheinung und lieferten die Grundlage für die späteren Logen und Initiationsorden. Mit dem Rosenkreuzertum wurde die Alchemie zur beherrschenden esoterischen Lehre. Auch der Tarot entstammt dieser Zeit. Die Renaissance war auch die Zeit, in der zum ersten Mal in großem Umfang esoterische Schriften veröffentlicht wurden. Viele Denker der Renaissance gelten noch heute als wichtige Quelle esoterischen Wissens, unter anderem Jakob Böhme, Heinrich Khunrath, Guillaume Postel, vor allem aber Paracelsus.
Das Zeitalter der Aufklärung war in der Esoterik geprägt durch das Ausbilden von Geheimen Bruderschaften, Orden und Logen, vor allem in Frankreich und England.
Im viktorianischen Zeitalter erlebten Okkultismus und verschiedenste Formen von Orakeln eine Blütezeit. Etwas gemäßigter war demgegenüber die Bewegung des Spiritualismus, die auch eine Brücke zu den fernöstlichen Religionen schlug.
In den letzten 150 Jahren hat sich die Esoterik inhaltlich zu einer Weltanschauung gewandelt, deren Anhänger sie oft als allumfassend, universalreligiös und als Vereinigung der „inneren Lehren“ aller Religionen sehen (Theosophie, Neugeist-Bewegung). Seit den 1930er und in einer zweiten großen Welle seit den 1980er Jahren ist die Esoterik – insbesondere im westlichen Kulturkreis – zu einer Massenbewegung mit Breitenwirkung geworden, die viele, teilweise widersprüchliche, Teilströmungen umfasst.
Quelle: www.wikipedia.de
Autoren: Florian Adler, Lichtkind, Tsui, Philipendula, Schönwetter u.a.
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