| Das Verhalten unter Stress ist einer der Hauptfaktoren im Teufelskreis Alkoholismus.
Das Mittel spricht die Rezeptoren "Neurokinin 1" im Gehirn an. Diese sind mitverantwortlich für die Intensität der Reaktion auf Stresssituationen, in denen bei Alkoholikern verstärkt das Verlangen nach ihrer Droge auftritt. (...)
Rund 50 Testpersonen wurden nach ihrer Entgiftungskur vier Wochen weiter im Krankenhaus beobachtet. Die Hälfte bekam in dieser Zeit ein wirkungsloses Placebo, die anderen erhielten das neue Medikament.
Bei allen Probanden ließen die Entzugserscheinungen nach - bei denjenigen, die das echte Mittel eingenommen hatten, war das Nachlassen des Verlangens nach Alkohol aber weit ausgeprägter. (...)
Keine Wirkung zeigte sich in Bezug auf Angstzustände oder Depressionen. Die Studie kam daher zu dem Schluss, dass "die beobachteten Verbesserungen in spezifischer Weise mit Gehirnprozessen zu tun haben, die das Verlangen nach der Droge Alkohol regeln".
Das Medikament, das am Rezeptor "Neurokinin 1" ansetzt, war zunächst zur Behandlung von angstgeplagten Personen verwendet worden. Wegen unklarer Ergebnisse war es aber nicht auf den Markt gekommen.
Die Studie "Neurokinin 1 Receptor Antagonism as a Possible Therapy for Alcoholism" ist online in "Science" (doi: 10.1126/science.1153813; 14.2.08) erschienen. Quelle: http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/1153813 |